Nachruf für Karl Wyder

Ein markantes, verdientes Mitglied der Imkergemeinde hat uns verlassen. Am 16. November 2016 ist Karl Wyder im Alter von 92 Jahren verschieden.

 „Charly“, wie er von vielen seiner Freunde genannt wurde, war ein verantwortungsvoller, vielseitiger und weltoffener Mensch. Sein Lebensweg war ausserordentlich: Als 16-Jähriger schmiedete er Meissel und Bohrer für Stollenarbeiter, mit 18 Jahren wechselte er in die Alu-Werke von Chippis. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre und bildete sich nebenberuflich weiter. Er nahm eine Stelle als Konduktor bei der Leukerbad-Bahn an, was ihm viele Kontakte ermöglichte, so auch mit Schauspieler Emil Hegetschwiler und Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler, die er im Bahnabteil einsperrte, weil sie ihm die Fahrkarte nicht zeigen wollten.

Als Charly 12 Jahre alt war, starb sein Vater. Dieser hinterliess 100 Bienenvölker, die der Bub fortan zusammen mit seiner Mutter pflegte. Sein Wissensdurst war ausgeprägt. Als wohl jüngster Teilnehmer traf er 1946 anlässlich einer Rosenbergwoche auf Prof. Otto Morgenthaler. Dieser empfahl Charly dem Bruder Adam, der damals im Kloster Buckfast ausgedehnte Kreuzungsversuche mit verschiedenen Honigbienen-Rassen durchführte. In der Saison 1949 lernte der Jungimker viel über Zucht und Betriebsweise. Vor allem aber lernte er Englisch.

Das ermöglichte ihm anschliessend den Sprung nach New York. Seine Verlobte Rosa folgte ihm. Die Bekanntschaft mit dem ausgewanderten Leuker Siegfried Witschard bestärkte ihn, nach Amerika auszuwandern. So kreuzten sich die beruflichen mit den imkerlichen Wegen. Die „unbegrenzten Möglichkeiten“ Amerikas gestalteten sich nicht so unbegrenzt wie vorgestellt. Charly arbeitete als Weber, in der Freizeit erwarb er einen High-School-Abschluss, erwarb das amerikanische Bürgerrecht, nahm eine Stelle als Polizist an, arbeitete anschliessend bei der Post. Nach zwölf Jahren kehrte er mit seiner Frau Rosa und zwei Töchtern zurück ins Wallis, wo noch ein Sohn und eine Tochter folgten. Er arbeitete wieder im Alu-Werk Chippis, wurde dann erfolgreicher Wirt in Salgesch und schliesslich im eigenen Betrieb in Siders, wo Wein aus den eigenen Reben ausgeschenkt wurde.

Als begeisterter Imker (wieder mit der einheimischen Rasse), dank seiner Sprachkenntnisse und seiner Begabung mit Menschen umzugehen war er ein gefragter Mann. Er amtete als Friedensrichter und Weibel. Selbstlos stellte er sein Können in vielen Vereinen unter Beweis. So ist es nicht verwunderlich, dass er Ehrenmitglied oder Ehrenpräsident mancher Organisationen wurde: Ehrenmitglied in vier Musikvereinen, Ehrenpräsident der Bienenzüchtersektion Leuk, Ehrenpräsident im Kantonalverein Oberwallis. Während 16 Jahren betreute er als Mitglied des Zentralvorstandes VDRB die apistischen Stationen. Er verfasste 192 monatliche Stations-Berichte und 373 andere Beiträge in der Schweizerischen Bienenzeitung. Vier Jahre war er Vizepräsident VDRB. Er wurde zum Ehrenmitglied gewählt. 12 Jahre war er Mitglied des Vorstandes VSBV – acht Jahre als Sekretär, vier Jahre als Präsident. Während zwölf Jahren war er ein geachtetes Mitglied der Geschäftsprüfungskommission des Internationalen Verbandes der Bienen-züchtervereinigungen APIMONDIA. Er war das einzige Ehrenmitglied dieser Weltorganisation aus unserem Land. Charly hat wohl an die 60 Länder bereist. Viele Gegenstände aus seinem vielseitigen Leben und diverse alte Bienengerätschaften hatte er in seinem eigenen Museum im Dachstock seines Hauses ausgestellt. 1997 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste um die Imkerei in die Zunft der Schweizer Imkerschaft berufen. Vor einem Jahr half er noch, den feierlichen Anlass zur Aufnahme neuer Gesellen im Schloss und Rathaus Leuk zu organisieren.

Sein Leben und sein Wirken sind so vielfältig, dass ihm kein Nachruf gerecht werden kann. Charly, dem nimmermüden Helfer und Menschenfreund machte in den letzten Monaten das Atmen immer mehr Mühe. Es ist ihm zu gönnen, dass er im Wissen um ein reiches Leben sanft einschlafen durfte.

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